Verein Gastfamilien für Psychischkranke

Jahresbericht 2015*

Das Gastfamilienangebot konnte auch 2015 im bewährten Rahmen und Ausmass durchgeführt werden. Die Belegung war mit 434 Belegungstagen tiefer als im Vorjahr (546 Tage) und lag auch unter dem Durchschnitt der Vorjahre (Durchschnitt 2010-2014 547 Tage). 2015 wurden in 18 Aufenthalten 15 Patienten und Patientinnen behandelt (eine Person nahm drei Aufenthalte, eine Person zwei Aufenthalte wahr). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 24.1 Tage und war somit überdurchschnittlich (Durchschnitt 2010-2014 21.0 Tage).
Es wurden verschiedene Faktoren ausgemacht, die zu dieser tieferen Auslastung im Vergleich zu den Vorjahren führten: Einerseits handelt es sich um ein zahlenmässig kleines Angebot, bei welchem die Gesamtbelegungszahl schnell beeinflusst wird durch einzelne kurzzeitig nicht angetretene oder vorzeitig abgebrochene Aufenthalte, was 2015 in 3 Fällen vorkam, womit theoretisch ca. 50 bereits geplante Tage nicht zustande kamen. Andererseits musste das Angebot 2015 über weite Strecken nur mit 4 statt wie sonst 6-7 regelmässig zur Verfügung stehenden Gastfamilien geführt werden, da die anderen Gastfamilien aufgrund anderweitiger persönlicher Verpflichtungen fast durchgehend nicht belegbar waren. Wie vorgesehen wurde deshalb die Suche neuer Gastfamilien vorangetrieben. Im Frühjahr 2015 konnte eine neue Gastfamilie in der Nähe von Winterthur neu unter Vertrag genommen werden, zwei weitere potentielle Gastfamilien in der Stadt Zürich wurden sorgfältig abgeklärt, eine Zusammenarbeit kam aber 2015 noch nicht zustande. Die Anzahl der Anfragen blieb hingegen konstant. Dazu blieben eine kontinuierliche Bekanntmachung und Informationsarbeit zum Angebot bei potentiellen internen und externen Zuweisern nötig.

Die Finanzierung blieb unverändert. Für das Jahr 2015 wurde von der kantonalen Gesundheitsdirektion erneut ein Subventionsbeitrag (CHF 100‘000.-) als Modellprojekt („Nichtpflichtleistung im Rahmen neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden und neuer Versorgungsmodelle“) gesprochen. Die Jahresgesamtkosten betrugen knapp CHF 180‘000.-, worunter die bezahlten Tagessätze (CHF 140.-/Tag) an die Gastfamilien mit fast genau CHF 60‘000.- zu Buch stehen. Der Ertrag konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden auf CHF 40‘000.-, so dass von der PUK noch ein Defizitbeitrag von CHF 40‘000.- übernommen werden musste. Eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit mit einer grösseren Krankenkasse fand 2015 erneut in drei Fällen statt und funktionierte reibungslos.

Obwohl der Verein derzeit ruht, vermittelt dessen Bestehen den direkt vor Ort beim Gastfamilienprojekt Mitarbeitenden unverändert einen Rückhalt, ist er doch Ausdruck einer breiteren Abstützung und längerfristigen Unterstützung des Angebots.



* Jahresberichte (2005-2015) finden Sie unter Druckversionen.